Konstruktion & Berechnung von FVK -
Einsatz in statisch und kurzzeitdynamisch belasteten Bauteilen
Industrielle Anwendung der Faserverbundtechnik IV,
Industriekolloquium anlässlich der Beendigung des SFB 332
Aachen 10.04.2001
Prof. Dr.-Ing. Dr. E.h. W. Michaeli,
Prof. Dr.-Ing. H.-G. Reimerdes,
Prof. Dr.-Ing. H. Wallentowitz,
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. M. Weck,
Prof. Dr.-Ing. B. Wulfhorst,
Dipl.-Ing. O. Fischer,
Dipl.-Ing. K. Klopp,
Dipl.-Ing. T. Parr,
Dipl.-Ing. D. Staimer,
Dipl.-Ing. S. Wöste
Zusammenfassung:
Innerhalb dieses Vortrags werden Konstruktions- und
Berechnungsbeispiele von Bauteilen aus Faserverbundkunststoffen (FVK)
vorgestellt, die statisch oder kurzzeitdynamisch belastet werden.
Insbesondere handelt es sich hierbei um einen Überblick über die
aktuellen Forschungsergebnisse der Teilprojekte "Aufbau, Prüfung und
Aufmachung der Harze und Fasern" und "Konstruktion und Berechnung"
innerhalb des von der DFG geförderten Sonderforschungsbereiches 332
(SFB 332). Zusätzlich wird über drei von der DFG geförderte
Bauteilentwicklungen innerhalb des Transferbereiches 7 (TB7)
berichtet, die einen Wissenstransfer in die Industrie darstellen und
dementsprechend in enger Kooperation mit industriellen Partnern
durchgeführt werden.
Einleitung:
Konstruktionen auf Basis von Faserverbundbauweisen eröffnen
vielfältige Spielräume hinsichtlich der Bauteilgestaltung und
strukturellen Auslegung. Die in weiten Grenzen einstellbaren
Materialeigenschaften (Faserart, Matrixmaterial, Laminataufbau, etc.)
spielen dabei eine entscheidende Rolle. Zur Ausschöpfung des
Potenzials des Werkstoffes im modernen Konstruktions- und
Entwicklungsprozess nimmt der Einsatz numerischer Berechnungsverfahren
stetig zu. Die Anwendungsgebiete numerischer Verfahren reichen von der
Substrukturanalyse bis zur Systemauslegung (Bild 1).
Faserverbundwerkstoffe gehören jedoch zu einer Werkstoffsorte, die bei
der Berechnung besondere Beachtung erfordert. Der Ermittlung und
Implementierung der Materialkennwerte kommt eine besondere Bedeutung
zu, da die unterschiedlichen Versagensarten von FVK momentan numerisch
nur bedingt abzubilden sind. Aus diesem Grund lässt sich unter den
gegebenen Randbedingungen nur das globale Versagensverhalten von
Bauteilen und Strukturen qualitativ mit Hilfe der Simulationstechniken
hinreichend beschreiben. Die Simulation lokaler Versagensprozesse
gestaltet sich durch die komplexen Versagensvorgänge des Materials
schwierig.
Bild 1: Anwendungsbeispiel für den Einsatz der FE-Methode zur
Auslegung von Bauteilen aus FVK