ZIELSETZUNG

 
 
Ziel der Kooperation des Instituts für Kraftfahrzeuge (ika) der RWTH Aachen University und des Transportation Design der Hochschule Pforzheim ist die gemeinsame Gestaltung wegweisende Konzepte für zukünftige Kraftfahrzeuge. Die Pforzheimer Professoren James Kelly und Lutz Fügener zeichnen für das Design verantwortlich, der Aachener Professor Lutz Eckstein für die Technik. Durch diese Kooperation entstehen innovative Fahrzeugkonzepte, die einerseits höchste gestalterische Ansprüche und andererseits die komplexen technischen Anforderungen erfüllen.

Neben der gemeinsamen Arbeit an innovativen Fahrzeug- und Mobilitätskonzepten stellt die Vernetzung der Lehre einen wesentlichen Baustein dar: die Erlebniswelt Automobil wird längst durch Funktion und Interaktion genauso stark geprägt, wie durch Form und Farbe. Dies erfordert ein ausgeprägtes technisches und funktionales Verständnis zukünftiger Designer. Umgekehrt erhält die Gestaltung einen immer größeren Stellenwert in der Fahrzeugentwicklung, da diese über alle Fahrzeugsegmente hinweg die Kaufentscheidung maßgeblich beeinflusst. Durch ein grundlegendes Verständnis von relevanten Gestaltungskriterien und –mechanismen werden zukünftige Fahrzeugtechniker in die Lage versetzt, in enger Kooperation mit Fahrzeugdesignern das Produkterlebnis mit zu gestalten.

Die Türen des neuen Fahrzeugkonzeptzentrums stehen für verschiedenste Projektformate offen: von der zweiwöchigen „Ideation“ (Ideenfindung), über interdisziplinäre studentische Projekte bis hin zur gestalterischen und technischen Ausarbeitung und Darstellung innovativer Fahrzeugkonzepte – ob virtuell, als Messemodell oder als fahrfähiger Demonstrator.

Pressemitteilung: GERMAN DESIGN STUDIO AACHEN eröffnet, 27.04.2012 (.pdf)

Pressefoto von www.stephan-rauh.com: v.l.n.r.: Hubertus Neßeler, Dieter Eckhardt, Dr. Dieter Holtmann, Dr. Harald Naunheimer, Prof. Lutz Eckstein, Dr. Markus Bröckerhoff (.jpg)

Pressefoto von www.stephan-rauh.com: Fahrzeugkonzept SpeedE (.jpg)
Pressefoto von www.stephan-rauh.com: German Design Studio Aachen mit Fahrzeugkonzept SpeedE (.jpg)

 
  AKTIVITÄTEN  
 

Das erste Produkt der interdisziplinären Zusammenarbeit ist das Fahrzeugkonzept SpeedE, dessen Exterieur und Interieur von Masterstudenten des Studiengangs Transportation Design der Hochschule Pforzheim gestaltet wurde. Dieses Konzept rückt die erlebbaren Vorzüge der Elektromobilität in den Mittelpunkt der Gestaltung und bringt diese in Einklang mit den komplexen Anforderungen an Effizienz und Sicherheit. Das Konzept beinhaltet vielfältige Innovationen vom kontaktlosen Laden über individuell lenkbare Vorderräder, die durch aus der Luftfahrt bekannte Sidesticks gesteuert werden, bis hin zur revolutionären Gestaltung von Exterieur und Interieur.

Das sportliche Fahrzeugkonzept dient einem offenen Konsortium aus Industrie und Wissenschaft als interdisziplinäre Forschungs- und Technologieplattform, auf dessen Grundlage sowohl öffentliche, als auch privatwirtschaftliche Projekte durchgeführt werden.

 

  PERSONEN

 


Prof. James Kelly
Leiter des Master-Studiengangs
Transportation Design an der
Hochschule Pforzheim


Prof. Lutz Fügener
Leiter des Bachelor-Studiengang
Transportation Design an der
Hochschule Pforzheim



Prof. Dr. Lutz Eckstein
Leiter des Instituts für Kraftfahrzeuge (ika)
der RWTH Aachen University


Dr. Peter Urban
Bereichsleiter Karosserie und
Koordinator Fahrzeugkonzepte
an der fka


  LEBENSLÄUFE  
 

Professor James Kelly hat nach seinem Industrial Design Studium in Newcastle upon Tyne am Royal College of Art in London den Studiengang Automotive Design absolviert. Von 1979 bis 1986 war er bei Ford Germany im Bereich Design tätig, bevor er sich 1986 für die Selbstständigkeit entschied und als freiberuflicher Berater für die Automobil- und Motorsport-Industrie erfolgreich vielfältige Projekte gestalterisch begleitet hat. Ferner unterrichtete er am Art Center in Genf, einer Außenstelle des renommierten Art Center College of Design in Pasadena, CA. 1992 erhielt James Kelly den Ruf an die Hochschule Pforzheim und leitet den international renommierten Master-Studiengang Transportation Design.

Professor Lutz Fügener studierte nach einem Grundstudium im Maschinenbau Industrial Design an der Hochschule für Kunst und Design, Burg Giebichenstein in Halle an der Saale. Später arbeitete Fügener für die Deutsche Waggonbau AG (heute Bombardier Transportation) an dem Großprojekt „Neue S-Bahn Berlin, BR 481“ und hatte die Gesamtverantwortung für das virtuelle 3D-Projekt. 1995 wurde er Partner des Büros Fisch & Vogel Design in Berlin (heute StudioFT).
Im Oktober 2000 folgte Lutz Fügener dem Ruf der Hochschule Pforzheim und arbeitet seitdem als einer von zwei Professoren im international renommierten Studiengang Transportation Design. Darüber hinaus ist Fügener Mitglied des Hochschulrates.

Professor Lutz Eckstein promovierte nach dem Maschinenbaustudium an der Universität Stuttgart auf dem Gebiet der Fahrzeugführung und -regelung. Nach vier Jahren in der Fahrzeugforschung der damaligen Daimler-Benz AG wechselte er 1999 in die Abteilung Aktive Sicherheit, Fahrdynamik Grundlagen der Mercedes-Benz Pkw-Entwicklung. 2001 übernahm er die Verantwortung für die Aktive Sicherheit von Fahrerassistenzsystemen. Von 2003 bis 2004 leitete er zusätzlich ein direktionsübergreifendes Projekthaus zur innovationsbasierten Stärkung des Markenwerts Sicherheit von Mercedes-Benz.Von 2005 bis 2009 war Lutz Eckstein bei der BMW AG für das Anzeige- und Bedienkonzept aller Fahrzeuge der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce zuständig. 2008 erhielt er zusätzlich die Verantwortung für die Ergonomie bei BMW. Seit Januar 2010 leitet Professor Eckstein das Institut für Kraftfahrzeuge (ika) der RWTH Aachen University und ist gleichzeitig Vorsitzender des Beirats der Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen Aachen (fka). Daneben ist er Vorsitzender der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Kraftfahrzeug- und Motorentechnik (WKM) und Mitglied des Kuratoriums der Hall of Fame der Deutschen Wissenschaft. Neben zahlreichen Veröffentlichungen ist Lutz Eckstein federführend als Erfinder an mehr als 80 nationalen und internationalen Patenten sowie weiteren 50 Anmeldungen beteiligt.

Dr. Peter Urban studierte Maschinenbau an der RWTH Aachen mit der Vertiefung Kraftfahrwesen und promovierte auf dem Gebiet des Leichtbaus mit Faserverbundwerkstoffen. Von 2001 bis 2008 war er am Institut für Kraftfahrzeuge (ika) der RWTH Aachen University zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann als Teamleiter Passive Sicherheit und ab 2004 als Leiter des Karosseriebereichs tätig. Er wechselte 2008 zur Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH Aachen (fka), die eng mit dem ika kooperiert. Dort koordiniert er neben seiner Verantwortung für den Geschäftsbereich Karosserie bereichsübergreifend die Aktivitäten zur Fahrzeugsicherheit und zur Entwicklung neuer Fahrzeugkonzepte. Darüber hinaus leitet Peter Urban die Arbeitsgruppe „Safety“ bei der European Automotive Research Partners Association (EARPA). An der Chalmers University of Technology sowie als Lehrbeauftragter an der RWTH Aachen hält er regelmäßig Vorlesungen zum Thema „Strukturentwurf von Kraftfahrzeugen“.

 

  KOOPERATIONSPARTNER  
 

Die Studiengänge Master of Arts (Transportation Design) und Bachelor of Arts (Transportation Design) der Hochschule Pforzheim sind in ihrer jetzigen Konzeption in Deutschland einmalig. Ausbildungsziel ist der Beruf des Fahrzeugdesigners in der Automobil- und Fahrzeugindustrie. Die Programme richten sich an Bewerber, die ihre Leidenschaft für Fahrzeuge, ein überdurchschnittliches technisches Verständnis und nicht zuletzt künstlerische Begabung in einem Beruf vereinen wollen. Inhalt der fachspezifischen Ausbildungen sind Grund- und Spezialkenntnisse, die die DesignerInnen zur gestalterischen Bearbeitung von Fahrzeugprojekten des Individual- und öffentlichen Nahverkehrs befähigen. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem Automobil. Absolventen der Studiengänge arbeiten weltweit. Eine große Zahl der Gestaltungen aktueller Automobile sind Ergebnis des Wirkens ehemaliger StudentInnen aus Pforzheim.

Das Institut für Kraftfahrzeuge (ika) der RWTH Aachen University unter Leitung von Prof. Dr. Lutz Eckstein gilt als das führende fahrzeugtechnische Institut in Europa, das sämtliche Domänen des Kraftfahrzeugs beforscht. Bei der Gestaltung innovativer fahrzeugtechnischer Systeme kommen virtuelle Methoden und reale Absicherung eng vernetzt zum Einsatz. Von aktiven Lenk- und Fahrdynamikregelsystemen über Hybrid- und Elektroantriebskonzepte bis hin zu nachhaltigem Leichtbau, Fußgängerschutz und wegweisenden Fahrzeugkonzepten – das Institut für Kraftfahrzeuge war und ist an einer Vielzahl von Innovationen in der Fahrzeugtechnik unmittelbar beteiligt.
Grundlage der intensiven Forschungsarbeiten für große Teile der Automobilindustrie sowie öffentliche Fördermittelgeber auf EU-, Bundes- und Landesebene stellt die umfangreiche Infrastruktur des ika dar, welche von Antriebs-, Batterie-, Fahrwerks- und Reifenprüfständen über akustische, thermodynamische und servo-hydraulische Prüfeinrichtungen bis hin zu einer Gesamtfahrzeug-Crashanlage sowie Teststrecken einschließlich modernster Messtechnik reicht.

Die Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH Aachen (fka) ist seit mehr als 30 Jahren als innovativer Entwicklungsdienstleister für die Automobil- und Zulieferindustrie tätig. Hervorgegangen ist die fka aus dem Institut für Kraftfahrzeuge (ika) der RWTH Aachen, mit dem sie seither eine sehr enge Kooperation pflegt. Auf diese Weise hat die fka Zugriff auf einen Pool von mehr als 350 Mitarbeitern sowie umfangreiche Prüfstandsressourcen.
fka bietet seinem weltweiten Kundenkreis ein komplettes Dienstleistungsspektrum an, das von der Konzeption über die Simulation und Konstruktion bis zum Prototypenbau und zur experimentellen Erprobung reicht. Dabei arbeiten die sieben Geschäftsbereiche Fahrwerk, Karosserie, Antrieb, Elektrik/Elektronik, Akustik, Fahrerassistenz sowie Strategie & Beratung übergreifend mit dem Ziel zusammen, durch Vernetzung der Teilsysteme und Komponenten des Kraftfahrzeugs ein energieeffizientes und unfallfreies Fahrerlebnis zu schaffen.
Der Fokus der Tätigkeiten liegt dabei auf Vorentwicklungs- und Integrationsaufgaben von Einzelkomponenten, Systemen und dem Gesamtfahrzeug. Die Kooperation zum ika stellt dabei stets sicher, dass die fka ihren Kunden auf Basis aktueller Forschungsergebnisse innovative Ideen und Lösungen für die individuellen Fragestellungen zur Verfügung stellen kann.

     
 

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