Tag des Fahrwerks - Experten referieren über das Fahrwerk des nächsten Jahrtausends, 5. Oktober 1998



Bild eines Fahrwerks


Vorwort

Die Diskussionen der vergangenen Monate haben es erneut verdeutlicht: Die Fahrwerksentwicklung ist immer noch ein wesentlicher Bestandteil der Fahrzeugentwicklung. Das Fahrwerk ist ein elementares Element für die Kaufentscheidung der Kunden. Es darf somit nicht anderen Aspekten der Fahrzeugentwicklung untergeordnet werden. Doch welche technischen Fortschritte sind noch zu erwarten? Wie können Versuch und Simulation in geeigneter Weise miteinander verbunden werden? Sind reine virtuelle Fahrwerksentwicklungen mit Fahrsimulatoren denkbar und zu erwarten? Dies sind nur einige der Fragen, die am "Tag des Fahrwerks" in Aachen diskutiert werden sollen. Welche Kernkompetenz im Fahrwerk wird beim Hersteller des Fahrzeugs bleiben? Welche werden in Zukunft Systemlieferanten und Engineering-Dienstleister übernehmen? Welche Anforderungen resultieren aus der Globalisierung der Kraftfahrzeugmärkte und aus dem Einsatz neuer Fahrerassistenzsysteme auf die Fahrwerkstechnik? Wir denken, daß wir zu diesen Themen einen sehr kompetenten Referentenkreis gewinnen konnten. Im ika, wo schon seit Jahrzehnten junge Forscher moderne Fahrwerkstechnologie studieren und entwickeln, sollte es leicht fallen, eine vertiefte Diskussion zu beginnen. Im Anschluß an den "Tag des Fahrwerks" beginnt im EUROGRESS in Aachen das 7. Aachener Kolloquium "Fahrzeug- und Motorentechnik", auf dem in diesem Jahr das Fahrwerk einer der Themenschwerpunkte sein wird. Somit kann auch hier die begonnene Diskussion fortgeführt werden. Wir laden Sie herzlich ein, einige informative Tage in der Kaiserstadt Aachen zu verbringen.

Univ.-Prof. Dr.-Ing. H. Wallentowitz Dipl.-Ing. P. Holdmann
Direktor ika Leiter Geschäftsbereich Fahrwerk


Programm

9.00 - 9.30 Eintreffen der Besucher
9.30 - 10.00 Begrüßung und Einführung
Henning Wallentowitz
ika, RWTH-Aachen
10.00 - 10.30 Herausforderung Fahrwerkentwicklung - Fahrspaß, Komfort und Sicherheit kosten- und zeitoptimal in multidisziplinäre Technik umsetzen
Dieter Ammon
Daimler-Benz AG
10.30 - 11.00 Kaffeepause
11.00 - 11.30 Kundenorientierte Fahrdynamikentwicklung
Ulrich Eichhorn
Ford-Werke AG
11.30 - 12.00 Modularisierung im Fahrwerk - Auswirkungen bei der Entwicklung und Lieferanteneinbindung
Friedrich Söffge
Dr.-Ing. h.c. F. Porsche AG
12.00 - 13.30 Mittagspause
13.30 - 14.00 Fahrerassistenzsysteme und ihre Auswirkungen auf das Fahrwerk
Günther Reichart
BMW AG
14.00 - 14.30 Chassis-Entwicklung: Die globale Perspektive
Gunnar Olsson
Adam Opel AG
14.30 - 15.00 Entwicklung moderner Pkw-Fahrwerke
Bernd Heißing
Audi AG
15.00 - 16.00 Podiumsdiskussion
16.00 - 16.15 Zusammenfassung
Henning Wallentowitz
ika, RWTH-Aachen


Referenten

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Henning Wallentowitz
hat 1978 an der TU Braunschweig bei Prof. Mitschke promoviert. Anschließend arbeitete er für 8 Jahre in der Serien- und Vorentwicklung des Pkw-Versuchs der Daimler-Benz AG. 1985 wechselte er zu BMW, wo er die Fahrwerk-Vorentwicklung leitete, bevor er 1992 Geschäftsführer der BMW Technik GmbH wurde. Seit 1993 ist er Direktor des ika an der RWTH.

Priv.-Doz. Dr.-Ing. Dieter Ammon
promovierte an der TH Karlsruhe. Seit 1986 arbeitet er für die Forschung der Daimler-Benz AG. Hier leitete er von 1993-1997 das Arbeitsgebiet Fahrzeugdynamik im Kompetenzzentrum Kybernetik und Simulation. Seit 1998 leitet Dr. Ammon das Gebiet Fahrdynamiksimulation im Forschungs- laboratorium Anthropotechnik der Daimler-Benz AG.

Dr.-Ing. Ulrich Eichhorn
arbeitete von 1988-1992 als wissenschaftlicher Angestellter bei Prof. B. Breuer an der TU Darmstadt.
Nach seiner Promotion wechselte er zur Ford-Werke AG, wo er zunächst in der Fahrzeug-Konzeption arbeitete. Seit 1994 ist er als 'Manager Vehicle Dynamics' verantwortlich für die Fahrdynamik aller Ford-Fahrzeuge weltweit.

Dipl.-Ing. Friedrich Söffge
arbeitete zunächst für BKS, bevor er 1962 zur Porsche AG nach Weissach wechselte, wo er sich mit der Konstruktion von Sonderfahrzeugen beschäftigte. Von 1985 bis 1992 leitete Herr Söffge die Fahrwerks-Konstruktion.
1992 übernahm er die Leitung der Achsentwicklung bei Porsche, eine Funktion, die er auch heute noch ausübt.

Dipl.-Ing. Günter Reichart
studierte an der TU München Elektrotechnik. Von 1975 an war er für die Kraftwerk Union AG tätig, bevor er 1978 zur Gesellschaft für Reaktorsicherheit wechselte. Seit 1987 arbeitet er in der Fahrzeugforschung der BMW AG, die er derzeit leitet. Er behandelt dabei die Systemsicherheit von Fahrerassistenzsystemen und der Mensch-Maschine-Interaktion.

Dr.-Ing. Gunnar Olsson
studierte an der Universität von Göteborg und der Chalmers University of Technology Physik. Von 1983-1995 arbeitete er in unterschiedlichen Funktionen für die Fahrwerks-Entwicklung von Saab. Zuletzt war er Leiter des Chassis Engineering Departments. Seit Januar 1996 leitet Dr. Olsson die Chassis-Vorentwicklung der Adam Opel AG in Rüsselsheim.

Prof. Dr.-Ing. Bernd Heißing
war 1971-72 als Versuchsingenieur bei der Porsche AG tätig. Von 1972-79 war er dann wiss. Assistent am ika der RWTH Aachen. Nach der Promotion arbeitete er bis 1986 als Leiter der Zentralabteilung beim TÜV Rheinland, bevor er als Leiter Fahrdynamik/ Simulation und Berechnung zu Audi wechselte. Seit 1995 ist er Leiter der