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Automatisierte Gewichtskontrolle von Schwerverkehr basierend auf dynamischer Achslastverwiegung

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Automatisierte Gewichtskontrolle von Schwerverkehr basierend auf dynamischer Achslastverwiegung

Die Auswirkungen des Schwerverkehrs auf die Straßeninfrastruktur nehmen stetig zu, mit schwerwiegenden Folgen für den Gesamtverkehr. Zur Bemessung des Straßenoberbaus nach RStO (2012) wird ausschließlich die Schwerverkehrsbelastung berücksichtigt, da Untersuchungen gezeigt haben, dass ein 10 t-Achsübergang die Straße so schädigt, wie 10^4 Achsübergänge mit einer Achslast von 1 t (4te-Potenz-Regel). Auch im Bereich der Brückenbemessung spielt die Anzahl und die Verteilung der Lkw die entscheidende Rolle bei der Beurteilung von Tragfähigkeit und Lebensdauer.
Da die Erfassung des Gesamtgewichts im Verkehr derzeit ausschließlich auf statischen Waagen erfolgt, müssen die Fahrzeuge zur Prüfung vorselektiert und umgeleitet werden.

Ziel des vorliegenden Forschungsvorhabens ist es daher, ein hochgenaues Messinstrument zur dynamischen Erfassung von Achslasten im fließenden Verkehr zu entwickeln, das überlastete und damit besonders schädliche Lkw im fließenden Verkehr messen kann und so die gezieltere Einsetzung von Durchfahrtsverboten und deren Kontrolle auch nach dem tatsächlichen Gesamtgewicht zu ermöglichen.
Durch das neu entwickelte System können folgende Vorteile erzielt werden:

  • Schutz der Infrastruktur durch Überwachung des tatsächlichen Gesamtgewichtes und automatische Einleitung von Ordnungswidrigkeitsverfahren (Enforcement), und damit auch eine Verlängerung der Lebensdauer der Bauwerke und Senkung der volkswirtschaftlichen Folgekosten.
  • Vermeidung von Umwegen des Güterverkehrs durch abgestufte Gewichtsbeschränkungen, hierdurch Stauvermeidung und Erhöhung der Verkehrssicherheit.
  • Entlastung der Polizei, welche sonst zur Durchsetzung von Fahrverboten involviert ist.
  • Individuelle Ansprache von Lkw-Fahrern im Bereich vor Brückenbauwerken (z.B. über Dialogtafeln oder über Schnittstellen zu Logistik-Apps) mit Ausfahr- oder Umleitungshinweisen: Hierdurch wird das Routenverhalten optimiert und individuelles Fehlverhalten minimiert. Vorteile für Verkehrsfluss und Verkehrssicherheit sind zu erwarten.

Dazu werden Auswertealgorithmen entwickelt, die auf mittels sog. Weigh-in-Motion-Sensoren dynamisch erfassten Radlasten und anderen Parametern basieren und eine Umrechnung in statische Achslasten ermöglichen. Die technologische Herausforderung bei der Auswertung von Weigh-in-Motion-Sensoren liegt darin, die gemessenen dynamischen Radlasten in statische Radlasten zu überführen. Dynamische Einflüsse auf die Radlasten entstehen bspw. durch die Unebenheit der Straße, die zum Aufschwingen der Fahrwerke der Lkws im Moment der Überfahrt (dynamische Achslast) und damit zur Abweichung von der Last, die im Ruhezustand vorliegen würde (statische Achslast) führen kann.

Das Forschungsprojekt FE 88.0164/2017 wird von der BASt (Bundesanstalt für Straßenwesen) im Auftrag des BMVI unterstützt.

Ansprechpartner

Michaela Wacker M.Sc.
+49 241 80 26712
E-Mail


Projektlaufzeit

 01.2018 – 05.2022


Projektpartner

Institut für Straßenwesen (isac) RWTH Aachen University, Neurosoft GmbH


Gefördert durch

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