[Titel: Dissertation Bachmann]

Im Rahmen dieser Arbeit wird ein Prüfstandskonzept entwickelt und vorgestellt, welches in der Lage ist, Lkw-Reifen sowohl auf einer Labor-Trommel als auch auf realen Fahrbahnen zu untersuchen. Hierdurch entfällt der Bedarf an zwei separaten Messsystemen und dadurch die Unsicherheit bei der Bewertung eventuell gefundener Unterschiede, da immer exakt dieselbe Messtechnik und dieselbe Aktuatorik verwendet werden. Eine in einen Lkw-Auflieger integrierte Radführungseinheit wird mit einer hochsensiblen Rollwiderstandsmessnabe ausgerüstet, sodass Messungen nach der in der ISO 28580 beschriebenen Kraftmethode auf realen Fahrbahnen ermöglicht werden. Am Beispiel von vier verschiedenen Lkw-Reifen werden zwei Messreihen ausgeführt. Dabei wird das Prüfstandskonzept zunächst anhand von stationären Labormessungen validiert und die Messtauglichkeit nachgewiesen. In einer zweiten Messreihe werden dieselben vier Reifen unter Anwendung derselben Einsatzbedingungen mit exakt demselben Prüfstand auf einer realen Fahrbahn (Ovalrundkurs auf dem ATP Prüfgelände in Papenburg) gemessen. Die ermittelten Ergebnisse der Messungen auf realer Fahrbahn sind dabei, nach Anwendung der in der Norm vorgesehen Korrekturen, deutlich von den Labormessungen abgewichen. Die Standardabweichung und Reproduzierbarkeit der Einzelmessungen lag im Bereich heute etablierter Pkw-Messsysteme. Die deutlichen Abweichungen der Fahrbahnmessungen zu den Labormessungen lassen sich grundsätzlich auf verschiedene Einflussfaktoren zurückführen, welche jeweils einzeln diskutiert werden. Maßgeblich werden hierbei die Fahrbahnsteifigkeit, Ebenheit und deren Textur sowie die unterschiedlichen Temperaturbedingungen angesehen. Eine quantitative Aufteilung oder Bewertung ist hierbei mit dem heutigen Wissensstand noch nicht möglich. Dies war jedoch auch nicht Ziel oder Anspruch dieser Arbeit. Vielmehr kann die entwickelte und vorgestellte Methode zukünftig zur gezielten Untersuchung zur Quantifizierung der genannten Einflussfaktoren auf realen Fahrbahnen oder z.B. zur Entwicklung neuer Normen für Messprozeduren oder Referenzfahrbahnen herangezogen werden. Es wäre ebenfalls denkbar, eine geeignete Skalierungsformel zu identifizieren, mit der es möglich ist, Laborergebnisse an reale Fahrbahnbedingungen anzupassen. Wie gezeigt werden konnte, reichen die Ansätze in den heutigen Normen hierfür nicht aus.

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