Author: Dr. Julia Krause
Keywords: Nutzungspotenzialanalyse, CCS-Schnellladeinfrastruktur, Elektrofahrzeuge
Seitenzahl: 185
ISBN: 978-3-946019-32-9
Year: 2019
Language: de-DE

Das Ziel jedes Marketings ist es, den Kunden zu einer positiven Kaufintention im Hin-blick auf ein ausgewähltes Produkt zu führen. Die deutsche Regierung verfolgt ein vergleichbares Ziel, indem sie die Bevölkerung dazu motivieren möchte, mehr elektrisch betriebene Kraftfahrzeuge zu nutzen. Bis zum Jahr 2017 sollten es bereits 500.000 Fahrzeuge sein. Ein Vergleich mit den aktuellen Bestandszahlen des Kraft-fahrtbundesamts zeigt, dass diese Zahl bisher nicht erreicht werden konnte. Ein Haupt-grund für die Entscheidung gegen die Nutzung eines Elektrofahrzeugs ist dabei die fehlende subjektiv erlebte Nützlichkeit, bedingt durch zahlreiche wahrgenommene Hin-dernisse wie beispielswiese eine mangelhaft verbreitete Ladeinfrastruktur. In der vor-liegenden Arbeit wurde ein methodischer Ansatz entwickelt, der die Analyse der indi-viduell wahrgenommenen Nützlichkeit bzw. das individuell wahrgenommene Nut-zungspotenzial am Beispiel von Elektrofahrzeugen in den Fokus rückt. Hierbei wurde ein Technologie-Akzeptanzmodell, dass sich mit den moderierenden Faktoren der Ver-haltensintention beschäftigt, mit einer Nutzwertanalyse verknüpft. Daraus wurde eine Gleichung zur nutzerzentrierten Nutzungspotenzialanalyse entwickelt. Als Anker für die Entwicklung der Gleichungsstruktur sowie als exemplarischer Anwendungsfall wurde der Einfluss von CCS-Schnellladeinfrastruktur auf das individuell wahrgenom-mene Nutzungspotenzial von Elektrofahrzeugen verwendet. Der Vorteil von Schnellla-detechnologie ist eine erheblich kürzere Ladezeit, verbunden mit einer Verlängerung der Fahrzeugreichweite bei optimaler Positionierung der Ladestationen für eine Zwi-schenladung auf der Strecke des Fahrtweges. Diese optimale Position galt es zu iden-tifizieren. Dazu wurden in der Arbeit neben der empirischen Überprüfung der potenzi-ellen Nutzungsrate von Elektrofahrzeugen anhand konkreter Nutzungsszenarien auch die optimale Positionierung sowie der optimale Abstand zwischen den Ladesäulen in Abhängigkeit der Fahrzeugreichweite bestimmt. Aus den Berechnungen der betrach-teten Kriterien konnte eine Gesamtgleichung zur Analyse des individuellen Nutzungs-potenzials, basierend auf subjektiven Daten, abgeleitet werden. Die Methodik wurde in dieser Arbeit exemplarisch an der Technologie Elektrofahrzeug geprüft. Sie kann aber aufgrund des interdisziplinären Ansatzes mit statistischen, verkehrspsychologi-schen und wirtschaftsmethodischen Aspekten auf viele weitere Potenzialanalysen transferiert werden und ist zur Identifikation moderierender Kriterien auf die Kaufent-scheidung bezüglich innovativer Technologien anwendbar.

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